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By Raelene Morey - Zuletzt aktualisiert am
Bilder machen satte 50 % der gesamten Dateigröße einer Webseite aus. Aber bedenke Folgendes: Laut dem Website-Optimierungsdienst Dexecure machen Bild-Metadaten im Durchschnitt 16 % einer typischen JPEG-Datei im Web aus. Das bedeutet, dass 8 % dessen, was wir online herunterladen, nutzlose, unnötige Metadaten sind.
Bei der Website-Optimierung gelten Bilder oft als einfacher Hebel, weil sie sich leicht komprimieren lassen. Was du dabei aber vielleicht nicht tust: überflüssige Metadaten entfernen.
In diesem Beitrag sehen wir uns an, was Bild-Metadaten sind und wie sie sich auf die Performance auswirken, gehen auf einige Sicherheitsbedenken ein, die dir vielleicht nicht bewusst sind, und zeigen dir im Detail, wie du Metadaten aus deinen Bildern entfernst.
Was sind Bild-Metadaten?
Metadaten werden allgemein als Daten über Daten beschrieben. Bild-Metadaten sind genauer gesagt Informationen, die in ein Bild eingebettet sind und Details über das Bild selbst sowie Angaben dazu enthalten, wie es entstanden ist.
Neben den visuellen Daten enthalten Bilddateien tatsächlich mehrere verschiedene Metadatenformate, die wiederum unterschiedliche Arten von Informationen speichern:
- EXIF (Exchangeable image file format): Informationen, die das Gerät, mit dem das Bild aufgenommen wurde (also Kameras und Smartphones), automatisch erzeugt, etwa Datum und Uhrzeit sowie Kameraeinstellungen (Hersteller und Modell, Bildausrichtung, Blende, Verschlusszeit, Brennweite, Belichtungsmessung, ISO-Wert usw.). Diese Spezifikation hilft Kameras außerdem, Formate zu nutzen, die sich zwischen Geräten austauschen lassen, und sorgt zum Beispiel dafür, dass ein iPhone-Foto auf einem Samsung-Gerät richtig angezeigt wird.
- IPTC (International Press Telecommunications Council): Ein Format, das ursprünglich die Nachrichtenagenturen der klassischen Medien eingeführt haben, um Informationen zu vereinheitlichen, und das inzwischen auch die neuen Medien für weitgehend denselben Zweck nutzen. Der IPTC-Bereich eines Bildes enthält in der Regel Informationen über das Bild, etwa Titel, Beschreibung, Stichwörter, Angaben zum Fotografen, urheberrechtliche Einschränkungen und mehr.
- XMP (Extensible Metadata Platform): Ein XML-basiertes Format, das Adobe in jüngerer Zeit eingeführt hat und das alle Informationen des IPTC-Formats übernimmt, aber auch das Speichern zusätzlicher Informationen im Bild ermöglicht.
- 8BIM: Eine von Photoshop verwendete Dateierweiterung, die einige grafikbezogene Daten speichert.
- ICC (International Color Consortium): Im Farbmanagement ist ein ICC-Profil ein Datensatz, der ein Farbeingabe- oder Farbausgabegerät oder einen Farbraum nach den vom ICC festgelegten Standards beschreibt. Bildbearbeitungsprogramme wie GIMP nutzen ICC-Farbprofile, um die RGB-Werte eines Bildes zu interpretieren.
Dank Bild-Metadaten lassen sich Informationen zusammen mit einem Bild transportieren, und zwar so, dass Software, Hardware und Menschen sie unabhängig vom Format verstehen können.
Manche Metadaten werden von Herstellern und den Geräten erzeugt, die Bilder aufnehmen, andere lassen sich mit Software wie GIMP und Photoshop manuell hinzufügen und bearbeiten.
In Metadaten können sehr viele Informationen stecken: Allein für das EXIF-Format gibt es mehr als 460 Metadaten-Tags.
Bild-Metadaten anzeigen
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Bild-Metadaten anzuzeigen.
Wenn du OS X nutzt, kannst du einfach mit der rechten Maustaste auf ein Bild klicken und „Informationen“ wählen, um alle möglichen Details zu sehen, etwa das Erstellungsdatum, Hersteller und Modell der Kamera, mit der das Bild aufgenommen wurde, das Farbprofil und die Belichtung.

Alternativ kannst du, ebenfalls unter OS X, das Bild in der App „Vorschau“ öffnen und Werkzeuge > Informationen einblenden wählen, um mehr über das Bild zu erfahren.

Wenn du Windows nutzt oder andere Metadaten eines Bildes ansehen willst, gibt es kostenlose Online-Tools wie Get-Metadata.com, mit dem du kostenlos online EXIF-Daten anzeigen kannst, und Pic2Map.com, einen Online-Viewer für Fotostandorte, der aus den GPS-Koordinaten in den EXIF-Daten eine Kartenansicht deiner Fotos erstellt.

Es ist schon ziemlich cool, die Standortdaten meines Fotos zusammen mit Uhrzeit und Datum der Aufnahme auf einer Karte zu sehen. Aber mal ehrlich … wen interessiert das schon?
Wie sich Bild-Metadaten auf die Performance auswirken
Im Web sind jede Menge Bild-Metadaten im Umlauf. Wie die Untersuchung von Dexecure zum Einfluss von Metadaten auf die Performance von Bildern gezeigt hat, bestehen bis zu 16 % der gesamten Dateigröße von Bildern im Netz aus Metadaten.
Das Problem ist nur: Die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass sie Bild-Metadaten teilen, und Nutzer wissen in der Regel nicht, dass sie diese Metadaten herunterladen.
Dexecure wollte genau herausfinden, wie viele unnötige Metadaten in Bildern im Netz stecken, und erstellte deshalb mit den Daten aus dem HTTP Archive und mithilfe von BigQuery eine Liste mit URLs gültiger JPEG-Bilder. Das Crawling des Archivs vom 1. August 2016 lieferte 4,3 Millionen Bilder der 500.000 Top-Websites, insgesamt 195 GB. Dexecure lud all diese Bilder herunter und analysierte die zugehörigen Metadaten.
Das Ergebnis: 38,9 % der Bilder enthielten in irgendeiner Form Metadaten, und bei diesen Bildern machten die Metadaten 15,8 % ihrer gesamten Dateigröße aus. Wie Dexecure hervorhebt:
„Lass dir das auf der Zunge zergehen: Wenn jede dieser Top-Websites nur ein einziges Mal besucht würde, hätten im Internet fast 13 GB Daten eingespart werden können, sofern diese Websites die Metadaten richtig verarbeitet hätten!“

Bild: Dexecure.
Um welche Art von Bild-Metadaten geht es hier also? Laut der Untersuchung handelte es sich vor allem um Informationen zur Entstehung des Bildes, etwa Uhrzeit und Datum der Aufnahme, Kameraeinstellungen und so weiter.
Das waren die 50 häufigsten Attribute, die als EXIF-Daten gespeichert waren:

Die meisten dieser Informationen sind für die Besucher einer Website natürlich nutzlos, und Browser brauchen sie ohnehin nicht, um Bilder darzustellen. Wenn du nicht gerade Fotograf bist oder für ein Medienunternehmen oder eine andere Organisation arbeitest, die diese Informationen aus urheberrechtlichen oder anderen Gründen aufbewahren muss, gibt es schlicht keinen Grund, Bild-Metadaten zu behalten.
Wo immer es möglich ist, solltest du diese Informationen also entfernen, wenn du weißt, dass du und deine Nutzer sie nicht brauchen.
Sicherheits- und Datenschutzbedenken bei Bild-Metadaten
Unnötig große Bilder auf deiner Website, die die Ladezeit deiner Seiten womöglich verlängern, sollten nicht deine einzige Sorge sein: Metadaten haben auch Folgen für die Sicherheit.
Schon 2016 vergaß Apple, die EXIF-Daten aus einem seiner Standard-Hintergrundbilder für den Schreibtisch zu entfernen, und hinterließ so Kommentare von Apple-Mitarbeitern dazu, wie das Bild aufgenommen und bearbeitet wurde. Entdeckt hat den Fehler ein Fotograf aus Neuseeland, der die Neuigkeit auf Reddit teilte.
El Capitan enthält zwar 49 Fotos (von insgesamt 51 Hintergrundbildern zur Auswahl), aber nur beim Bild unten sind die EXIF-Daten noch vollständig erhalten, mit Kommentaren wie „Bitte einige der Sterne, die etwas kleiner und dunkler sind, abdunkeln, damit es im Sternenfeld etwas mehr Unterschied gibt.“

In diesem Fall waren die Kommentare harmlos, aber stell dir vor, die Apple-Mitarbeiter hätten beleidigende Bemerkungen hinterlassen oder sogar Firmengeheimnisse verraten.
Neben Textinformationen können Metadaten auch ein Vorschaubild des betreffenden Bildes enthalten: Das hätte die amerikanische Fernsehmoderatorin Catherine Schwartz 2003 zweifellos gern gewusst. Nachdem sie Bilder von sich zugeschnitten und in ihrem privaten Blog veröffentlicht hatte, stellte sich bald heraus, dass die Metadaten der Bilder Vorschaubilder der Originalfotos enthielten, auf denen Schwartz oben ohne zu sehen war.
Dann sind da noch die Standortdaten. Eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie Bild-Metadaten genutzt wurden, um den Aufenthaltsort einer Person zu ermitteln, ist die Festnahme des IT-Experten John McAfee 2012 in Guatemala.
Während McAfee wegen des mutmaßlichen Mordes an seinem Nachbarn auf der Flucht vor der Strafverfolgung war, interviewte ihn Vice für einen Artikel, der damit prahlte, sein Leben auf der Flucht zu dokumentieren. Was der Redaktion nicht klar war: Das Foto zum Artikel, aufgenommen mit einem iPhone, enthielt einen Geotag, mit dessen Hilfe die Behörden McAfee aufspürten und festnahmen.
Der Fall McAfee ist zwar ein extremes Beispiel, doch Geotags sind ein offensichtliches Problem für den Datenschutz, weshalb zum Beispiel Facebook Metadaten in der Regel aus hochgeladenen Bildern entfernt.
Laut Facebook werden Informationen, darunter GPS-Daten, automatisch aus Fotos entfernt, die auf die Plattform hochgeladen werden, um Menschen davor zu schützen, „versehentlich private Informationen wie ihren Standort zu teilen“.
Wenn dir die Sicherheit deiner Website und deines Unternehmens Sorgen macht oder du einfach auf Datenschutz achtest, stell unbedingt sicher, dass deine Bilder keine Metadaten enthalten, die womöglich Haftungsproblemen die Tür öffnen könnten.
SEO und Bild-Metadaten
Nutzt Google Bild-Metadaten als Rankingfaktor? Die kurze Antwort: ¯\_(ツ)_/¯
Schon 2014 sprach Matt Cutts, der frühere Leiter des Bereichs Suchqualität bei Google, über Metadaten in Bildern und sagte im Grunde, Google „behalte sich das Recht vor, sie zu nutzen“, bestätigte aber nicht, ob der Suchmaschinenriese sie tatsächlich nutzt oder nicht.
Hier ist das Video:
John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, wurde letztes Jahr auf Twitter danach gefragt und antwortete:

Ob Bild-Metadaten ein Rankingfaktor sind, ist also noch offen. Wie Cutts im Video sagt: Wenn deine Bilder Metadaten enthalten und diese Informationen anderen Nutzern helfen können, mehr über ein Bild oder die Kamera zu erfahren, mit der es aufgenommen wurde, dann behalte die Metadaten ruhig. Aber nur, wenn du das auch willst.
So entfernst du Bild-Metadaten
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Metadaten aus deinen Bildern zu entfernen:
Bild-Metadaten auf dem Mac entfernen
Auf dem Mac gibt es keinen direkten Weg, Metadaten aus einem Bild zu löschen, deshalb musst du eine App herunterladen. Ich empfehle ImageOptim. Die App ist leicht zu bedienen: Zieh die Bilder, die du bereinigen willst, einfach in ImageOptim, und die App legt los. Wenn sie fertig ist, ziehst du die Bilder einfach zurück auf deinen Schreibtisch.

Bild-Metadaten unter Windows entfernen
Im Windows-Explorer kannst du ganz einfach EXIF-Daten entfernen, ob bei einem einzelnen Foto oder bei mehreren Fotos auf einmal. Folge einfach diesen Schritten:
- Wähle alle Dateien aus, deren Metadaten du löschen willst.
- Klicke mit der rechten Maustaste irgendwo auf die markierten Elemente und wähle „Eigenschaften“.
- Klicke auf die Registerkarte „Details“.
- Unten auf der Registerkarte „Details“ siehst du einen Link mit dem Titel „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“. Klicke auf diesen Link.
- Windows fragt dich, ob du eine Kopie des Fotos ohne diese Informationen erstellen oder die Informationen aus dem Original entfernen willst. Wähle die gewünschte Option und klicke auf „OK“.
Bild-Metadaten mit Photoshop entfernen
Um Bild-Metadaten in Photoshop zu entfernen, nutze die Option „Für Web speichern“ und wähle im Drop-down-Menü neben „Metadaten“ die Einstellung „Ohne“.

Bild-Metadaten mit einem Komprimierungs-Plugin entfernen
WordPress-Plugins zur Bildkomprimierung können dabei helfen, die Größe deiner Bilder zu verringern, indem sie unnötige Metadaten entfernen. Imagify zum Beispiel entfernt EXIF-Daten standardmäßig, gibt dir aber die Möglichkeit, sie zu behalten, wenn du das möchtest.

FAQ
Was sind EXIF-Daten?
EXIF-Daten sind Metadaten, die eine Kamera oder ein Smartphone bei der Aufnahme automatisch in die Bilddatei schreibt. Dazu gehören Datum und Uhrzeit sowie Kameraeinstellungen wie Hersteller und Modell, Bildausrichtung, Blende, Verschlusszeit, Brennweite und ISO-Wert. EXIF-Daten können auch GPS-Koordinaten enthalten, aus denen sich der Aufnahmeort eines Fotos ablesen lässt. Allein für das EXIF-Format gibt es mehr als 460 Metadaten-Tags.
Wie kann ich EXIF-Daten anzeigen?
EXIF-Daten kannst du unter OS X mit Bordmitteln anzeigen, unter Windows oder für weitere Metadaten mit kostenlosen Online-Tools wie Get-Metadata.com. Unter OS X klickst du dazu mit der rechten Maustaste auf ein Bild und wählst „Informationen“; mehr Details siehst du, wenn du das Bild in der App „Vorschau“ öffnest und „Werkzeuge > Informationen einblenden“ wählst. Pic2Map.com zeigt den Aufnahmeort deiner Fotos anhand der GPS-Koordinaten aus den EXIF-Daten auf einer Karte.
Warum sollte ich die Metadaten meiner Fotos löschen?
Die Metadaten deiner Fotos können private Informationen verraten und machen die Dateien unnötig größer. Fotos können zum Beispiel einen Geotag mit dem Aufnahmeort, interne Kommentare oder ein Vorschaubild des ursprünglichen, nicht zugeschnittenen Fotos enthalten; Facebook entfernt GPS-Daten deshalb automatisch aus hochgeladenen Fotos. Laut Dexecure machen Metadaten im Durchschnitt 16 % einer typischen JPEG-Datei im Web aus, und Browser brauchen sie nicht, um Bilder darzustellen.
Wie entferne ich Metadaten aus einem Bild?
Auf dem Mac entfernst du Metadaten aus einem Bild mit einer App wie ImageOptim, unter Windows direkt im Windows-Explorer, in Photoshop über die Option „Für Web speichern“ und in WordPress mit einem Plugin zur Bildkomprimierung wie Imagify. Unter Windows markierst du die Dateien, wählst nach einem Rechtsklick „Eigenschaften“ und klickst auf der Registerkarte „Details“ auf „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“. In Photoshop wählst du dazu im Drop-down-Menü neben „Metadaten“ die Einstellung „Ohne“.
Wie entferne ich Bild-Metadaten in WordPress?
In WordPress kannst du Bild-Metadaten mit einem Plugin zur Bildkomprimierung entfernen, das unnötige Metadaten löscht und so die Größe deiner Bilder verringern kann. Imagify zum Beispiel entfernt EXIF-Daten standardmäßig, gibt dir aber die Möglichkeit, sie zu behalten. Mit einem solchen Plugin kannst du das Entfernen der EXIF-Daten aus deinen Bildern automatisieren.
Fazit
Bilder von Metadaten zu befreien ist eine der einfachsten Möglichkeiten, das Seitengewicht zu verringern, Inhalte schneller und schlanker auszuliefern und zugleich die Sicherheit und den Datenschutz deiner Website zu verbessern.
Es gibt viele Tools, mit denen du Bild-Metadaten anzeigen und entfernen kannst, also wähle einfach das Tool, das am besten zu dir passt. Wenn du das Entfernen von EXIF-Daten aus deinen Bildern automatisieren willst, können Plugins zur Bildoptimierung wie Imagify das für dich übernehmen.