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By Raelene Morey - Zuletzt aktualisiert am
Soft-404-Fehler sind recht häufig: Google meldet sie hin und wieder für einzelne Seiten, vor allem bei größeren Websites. Es ist zugleich ein seltsamer Fehler, denn eine Soft 404 ist eine Mischung aus 404-Seite und normaler Seite, und was den Fehler bei einer bestimmten Seite genau auslöst, ist nicht immer klar.
In diesem Beitrag möchte ich deshalb für etwas mehr Klarheit sorgen: warum Soft-404-Fehler auftreten, worin sie sich von normalen 404-Fehlern unterscheiden und wie du die SEO-Probleme behebst, die dahinterstecken.
Was ist ein Soft-404-Fehler?
„Ein Soft-404-Fehler bedeutet, dass eine URL deiner Website eine Seite zurückgibt, die dem Nutzer mitteilt, dass die Seite nicht existiert, und gleichzeitig einen Statuscode der 200er-Klasse (Erfolg) an den Browser sendet.“
Im Grunde teilt eine Seite deiner Website den Besuchern also mit, dass es sie nicht mehr gibt, während sie den Suchmaschinen gleichzeitig signalisiert, dass es sie sehr wohl gibt.
Verwirrend, oder?
In manchen Fällen handelt es sich um eine Seite deiner Website, die wenig oder gar keinen Inhalt hat. WordPress legt zum Beispiel automatisch eine neue URL an, sobald du ein neues Schlagwort für deine Website erstellst. Hast du ein Schlagwort angelegt, aber noch keinen Beitrag damit veröffentlicht, gibt es auf deiner Website eine leere Seite, und womöglich hast du dir damit auch schon einen Soft-404-Fehler eingehandelt.
Was passiert da also wirklich? Nun, solche inhaltsarmen Seiten sind für den Googlebot extrem verwirrend. Wenn er deine Website crawlt und auf eine Seite stößt, die laut Server existiert, deren Inhalt aber das Gegenteil nahelegt, denkt er sich: „Diese Seite bietet den Nutzern keinen Mehrwert, also lohnt es sich nicht, sie zu indexieren“, und versieht sie mit dem Label Soft 404.
Ein Soft-404-Fehler kann auch dann entstehen, wenn eine Seite nicht existiert und ein Nutzer, der über die Suchergebnisse dort landet, auf eine Seite weitergeleitet wird, die nicht zum Kontext seiner Suche passt. Zum Beispiel landet der Nutzer auf einer Seite und wird automatisch auf die Startseite weitergeleitet.
Sind Soft-404-Fehler wirklich ein Problem?
Gibt eine Seite einen Soft-404-Fehler zurück, taucht sie in der Google-Suche nicht auf. Anders gesagt: Google nimmt Seiten mit einem Soft-404-Fehler aus dem Index, was sich wiederum auf deine SEO auswirken kann.
Schauen wir uns ein Beispiel an:
Angenommen, du betreibst einen Onlineshop für Stühle und hast Probleme mit einer bestimmten URL: https://chairsgalorestore.com/products/sale/blue-chair
Dein Server lädt die URL vielleicht ohne Probleme und gibt den Statuscode 200 (OK) zurück, weil es unter dieser URL tatsächlich eine Seite gibt, doch der Inhalt der Seite sagt den Besuchern womöglich: „Leider wurden keine Produkte gefunden, die deiner Suche entsprechen.“

Die Seite zeigt also Suchergebnisse für ein Produkt an, das es nicht mehr gibt, weil es nicht mehr verkauft wird oder ausverkauft ist.
E-Commerce-Websites enthalten oft dynamisch erzeugte Seiten und Inhalte, die Soft-404-Fehler auslösen können, sobald Produktlinien ausverkauft oder nicht mehr erhältlich sind. Bilder: Unsplash.
Für die Besucher deiner Website ist das alles andere als hilfreich. Schließlich suchen sie nach blauen Stühlen, wenn sie aus der Google-Suche auf deine Seite klicken, und erwarten auch, blaue Stühle zu finden, stellen dann aber fest, dass gar keine Stühle verfügbar sind!
Genau deshalb hat Google das Label Soft 404 eingeführt (ein Label, kein offizieller HTTP-Statuscode): Damit geht Google mit dünnen oder nicht vorhandenen Inhalten um und stellt sicher, dass nur hochwertige Ergebnisse in der Suche erscheinen.
Was passiert also mit Seiten, die als Soft 404 eingestuft werden? Google indexiert diese Seiten nicht.
Google möchte schlicht keine Ressourcen darauf verschwenden, Seiten zu crawlen, die widersprüchliche Signale senden, nicht mehr existieren oder keine wertvollen, hochwertigen Inhalte bieten. Also entfernt es sie einfach aus seinem Index und crawlt stattdessen weiter die Seiten, die tatsächlich existieren.
So prüfst du deine Website auf Soft-404-Fehler
Am einfachsten prüfst du deine Website mit der Google Search Console (früher Google Webmaster Tools) auf Soft-404-Fehler. Melde dich in deinem Konto an: Auf der Startseite siehst du ein Diagramm zur „Leistung“ deiner Website (Gesamtzahl der Klicks pro Tag) und darunter ein Diagramm zur „Abdeckung“.
Gibt es auf deiner Website Seiten mit Fehlern, darunter auch Soft-404-Fehler, werden sie im Diagramm „Abdeckung“ angezeigt. Klicke auf „Bericht öffnen“, um mehr über die Fehler zu erfahren.
Auf der Berichtsseite erscheinen alle Fehler als Gesamtzahl in dem großen roten Kasten. Klickst du auf diesen roten Fehlerkasten, erfährst du mehr über die Fehler auf deiner Website und darüber, was die Ursache sein könnte.
Wie du in der Search-Console-Ansicht meiner Website siehst, habe ich zum Glück keine Fehler, die ich beheben müsste. Aber genau diese Ansicht würdest du aufrufen, um sie zu finden.

Alternativ kannst du mit Fetch as Google prüfen, ob eine bestimmte URL deiner Website den richtigen Statuscode zurückgibt, Soft-404-Fehler eingeschlossen.
Mit diesem Tool siehst du, ob der Googlebot auf die URL zugreifen kann, wie er die Seite rendert und ob Ressourcen der Seite (etwa Bilder oder Skripte) für den Googlebot blockiert sind.
Es simuliert das Crawlen und Rendern so, wie es im normalen Crawling- und Rendering-Prozess von Google abläuft, und ist beim Aufspüren von Crawling-Problemen auf deiner Website äußerst nützlich.

So behebst du Soft-404-Fehler
Bekommst du auf deiner Website Soft-404-Fehler für wichtige Seiten, etwa Produkt-, Kategorie- oder Leadgenerierungsseiten, solltest du unbedingt schnell handeln, um diese Fehler zu beheben und die Seiten wieder in den Index und damit in die Google-Suche zu bekommen.
Auch eine große Zahl von Soft-404-Fehlern im Verhältnis zur Gesamtzahl der Seiten deiner Website sendet Google kein gutes Signal. Zu viele Soft-404-Fehler können zu einer geringeren Crawling-Frequenz deiner Website führen, was wiederum schlechtere Rankings und weniger indexierte Seiten nach sich ziehen kann: ein großes Problem, wenn du Hunderte oder Tausende Seiten hast!
Wie du Soft-404-Fehler behebst, hängt von der Ursache ab. Grundsätzlich solltest du aber dafür sorgen, dass die URL den richtigen Statuscode zurückgibt, also den, der zum tatsächlichen Inhalt der Seite passt.
Hier sind ein paar Möglichkeiten, Soft-404-Fehler zu beheben:
1. Wenn die Seite nicht mehr verfügbar ist
Seiten, die nicht mehr existieren, sollten den Statuscode 404 (Not Found) oder 410 (Gone) zurückgeben. Beide Codes teilen Browsern wie Suchmaschinen mit, dass es die Seite nicht mehr gibt.
Für Onlineshops und Blogs kann das ein großes Problem sein, vor allem wenn du bedenkst, dass die drei häufigsten Quellen für Soft-404-Fehler diese sind:
- Leere Suchergebnisseiten
- Leere Produktkategorien im Onlineshop
- Leere Blog-Kategorien
Da WordPress diese Seiten oft dynamisch erzeugt und befüllt, ist es nicht die beste Lösung, einfach einen harten 404 zurückzugeben.
Googles eigene Richtlinien empfehlen, zusätzlich zum Statuscode 404 eine eigene 404-Seite anzuzeigen, die Besuchern mit nützlichen Informationen dabei hilft, sich auf deiner Website zurechtzufinden. Das kann zum Beispiel eine Seite sein, die deine beliebtesten Seiten, Blogbeiträge oder Produkte auflistet.
Die 404-Seite von Yoast ist ein tolles Beispiel dafür, wie Websites verirrte Nutzer besser abholen können. Die Seite führt die Nutzer klar und Schritt für Schritt dahin, wie sie finden, was sie suchen. Und wenn du nach unten scrollst, findest du Links zu aktuellen Beiträgen.

2. Wenn die Seite umgezogen ist
Hast du die URL einer Seite geändert (zum Beispiel den Slug eines Blogbeitrags angepasst), sollte sie einen 301 (permanente Weiterleitung) zurückgeben und die Nutzer auf die neue URL weiterleiten.
Ist die Seite dagegen umgezogen, weil du alte Inhalte aktualisiert hast, solltest du die URL auf eine andere Seite deiner Website weiterleiten, die aktuelle oder relevantere Informationen enthält.
Eines meiner Lieblingstools zum Einrichten von Weiterleitungen ist das treffend benannte Plugin Redirection. Alternativ bietet die Premium-Version von Yoast SEO einen Weiterleitungsmanager.
3. Wenn die Seite verfügbar ist
Ist eine Seite deiner Website verfügbar und sollte eigentlich in den Suchergebnissen erscheinen, bedeutet das, dass der Googlebot ihren Inhalt für zu „dünn“ hält. In diesem Fall musst du den Inhalt deiner Seite verbessern, damit sie keinen Soft-404-Fehler mehr auslöst.
Das heißt: Wenn ein Nutzer aus den Suchergebnissen auf deine Seite klickt, muss die Seite liefern, was er erwartet. Um bei meinem Beispiel mit den blauen Stühlen zu bleiben: Du solltest dafür sorgen, dass die Seite Informationen zu blauen Stühlen enthält, die für den Nutzer informativ und nützlich sind.
4. Wenn die Seite verfügbar ist, du sie aber nicht in der Google-Suche haben willst
Vielleicht gibt es auf deiner Website Seiten mit Soft-404-Fehlern, die du lieber ganz aus dem Google-Index entfernen möchtest. Zum Beispiel Schlagwort-, Kategorie- oder Suchergebnisseiten deiner WordPress-Website, die immer wieder Soft-404-Fehler bekommen und dir in Sachen SEO ohnehin kaum etwas bringen.
In diesem Fall musst du Google mitteilen, dass es diese Seiten nicht crawlen soll. Das geht über Disallow-Regeln in der Datei robots.txt deiner Website.
Für Suchseiten könntest du zum Beispiel folgende Zeilen in deine robots.txt einfügen:
Disallow: /?s=
Disallow: /search/
Alternativ kannst du Seiten, die nicht in den Suchergebnissen erscheinen sollen, einfach auf noindex setzen. Am einfachsten geht das mit dem Plugin Yoast SEO. Standardmäßig setzt Yoast Suchseiten und 404-Seiten auf noindex, follow. Für Schlagwort- und Kategorieseiten kannst du noindex-Regeln im Tab „Darstellung in der Suche“ hinzufügen.

FAQ
Was ist ein Soft-404-Fehler?
Ein Soft-404-Fehler liegt vor, wenn eine Seite den Besuchern mitteilt, dass sie nicht existiert, dem Browser aber den Statuscode 200 (Erfolg) zurückgibt. Soft 404 ist ein Label von Google und kein offizieller HTTP-Statuscode. Google vergibt es auch für Seiten mit wenig oder gar keinem Inhalt, etwa leere Schlagwortseiten in WordPress, und für nicht existierende Seiten, von denen Nutzer auf eine irrelevante Seite wie die Startseite weitergeleitet werden.
Was ist der Unterschied zwischen 404 und Soft 404?
Eine echte 404-Seite gibt den Statuscode 404 (Not Found) zurück, eine Soft 404 dagegen den Statuscode 200, obwohl ihr Inhalt wie eine Fehlerseite aussieht oder fehlt. Der Googlebot erkennt diesen Widerspruch beim Crawlen und versieht die Seite mit dem Label Soft 404. Seiten, die es nicht mehr gibt, sollten deshalb einen 404 (Not Found) oder 410 (Gone) zurückgeben, damit Browser und Suchmaschinen eindeutig wissen, dass die Seite nicht mehr existiert.
Wird eine Soft-404-Seite indexiert?
Nein, Google indexiert Seiten mit einem Soft-404-Fehler nicht und entfernt sie aus seinem Index. Google möchte keine Ressourcen auf Seiten verschwenden, die widersprüchliche Signale senden, nicht mehr existieren oder keinen wertvollen Inhalt bieten. Zu viele Soft-404-Fehler können außerdem die Crawling-Frequenz deiner Website senken, was zu schlechteren Rankings und weniger indexierten Seiten führen kann.
Wo sehe ich Soft 404 in der Search Console?
In der Google Search Console findest du Soft-404-Fehler im Bericht zur Seitenindexierung (in der älteren Oberfläche „Abdeckung“), wo sie mit dem Status „Soft 404-Fehler“ aufgeführt sind. Alle Fehler erscheinen dort als Gesamtzahl in einem roten Kasten; klickst du darauf, erfährst du mehr über die betroffenen Seiten und die mögliche Ursache des Fehlers.
Wie behebe ich Soft 404 in WordPress?
In WordPress behebst du Soft-404-Fehler, indem du jede betroffene URL den Statuscode zurückgeben lässt, der zu ihrem Inhalt passt: 404 oder 410 für Seiten, die es nicht mehr gibt, eine 301-Weiterleitung für verschobene Seiten und mehr Inhalt für Seiten, die bleiben sollen. Leere Schlagwort-, Kategorie- oder Suchergebnisseiten, die WordPress dynamisch erzeugt, setzt du am einfachsten mit Yoast SEO auf noindex oder sperrst sie per Disallow-Regel in der robots.txt für das Crawling. Eine eigene 404-Seite hilft zusätzlich, verirrte Besucher zu den wichtigen Seiten deiner Website zu führen.
Fazit
Soft-404-Fehler sind seltsame Fehler, und es ist nicht immer klar, was sie auslöst. Mit ein wenig Recherche, vor allem in der Google Search Console, kommst du dem Problem aber auf den Grund und kannst schnell eine Lösung umsetzen.
Gerade WordPress-Websites haben fast immer dynamisch erzeugte Seiten, die Soft-404-Fehler auslösen: Setze diese Seiten in den Yoast-Einstellungen einfach auf noindex. Außerdem ist es sinnvoll, eine eigene 404-Seite einzurichten, die Nutzer auffängt, die auf nicht existierenden Seiten landen, damit du sie zu den wichtigen Seiten deiner Website führen kannst.
Am besten crawlst du deine Website regelmäßig, prüfst sie auf 404- und Soft-404-Fehler und behebst sie zügig, damit deine Website aus SEO-Sicht gesund bleibt. Das sind nur einige Möglichkeiten, Soft-404-Fehler zu beheben. Wenn du weitere nützliche Tipps hast, schreib sie uns in die Kommentare!